Harzwerk Logo
Leistungen

Familienhilfe

harzwerk.org

Familienhilfe

Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII bietet das Harzwerk im Rahmen von Hilfen zur Erziehung (§§ 27 ff. SGB VIII) Familien, Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen verschiedene Leistungen an:

Soziale Gruppenarbeit (gemäß § 29 SGB VIII)

Zur Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen werden Kinder, Jugendliche sowie junge Volljährige (gemäß § 41 SGB VIII) durch soziales Lernen mithilfe folgender Konzepte unterstützt:

➔ HarzBeatz

HarzBeatz ist ein inklusives, soziales Gruppenangebot, bei welchem die Gruppe alle Phasen der Audio- und ggf. Filmproduktion durchläuft: Von der Themenfindung, über die Text- und Instrumentalerstellung bis hin zur Aufnahme und dem Mastering des jeweiligen Produkts erfahren die Teilnehmenden, wie aus einer Idee ein akustisches bzw. visuelles Werk wird, welches sich vervielfältigen, veröffentlichen und sogar live präsentieren lässt.

Bei HarzBeatz werden die individuellen Interessen und jeweiligen Fähigkeiten der Teilnehmenden genutzt, um gemeinsam etwas zu kreieren, womit sich die Gruppe identifiziert und jede/r Einzelne positive Erinnerungen sowie psychische Anker für den Alltag und seine/ihre Lebenswelt entwickelt.

Musik ist für Kinder und Jugendliche ein großer Lebens- und vor allem Identitätsbestandteil, wodurch sie Zugang zur Wahrnehmung und Empfindung der Gruppenmitglieder schafft. Die Freude an (selbstgemachter) Musik sowie der Stolz auf das eigene Werk initiiert (Selbst)Reflektions- und Veränderungsprozesse, welche durch die Dynamik der Gruppe verstärkt und nachhaltig gesichert werden. Die Erstellung und Darbietung eigener Lieder und Texte hebt den Selbstwert der Teilnehmenden und schafft wertvolle Kompetenzen für Herausforderungen des Alltags.

HarzBeatz findet ebenso regelmäßig als offenes Angebot beispielsweise im Rahmen von kooperativen Ferienbetreuungen statt.

Impressionen

Fotos

Songs

0:00 / 0:00
Eure Kinder - Leon
Wahre Freunde - Leon
Grind - Cranky
Künstliche Intelligenz - Charlotte

➔ StartUp!

StartUp! ist ein inklusives, soziales Gruppenangebot, bei welchem die Teilnehmenden Art und Form der gemeinsamen Zeit eigenverantwortlich bestimmen, Ziele definieren, einen gemeinsamen Plan entwickeln und umsetzen.  Die Gestaltung ist dabei so individuell wie die Gruppe: So kann der Entschluss gefasst werden, eine Wanderung zum Brocken zu machen, das Phaeno in Wolfsburg zu besuchen oder längerfristige Projekte zu verfolgen, wie einen Film zu drehen, eine politische Aktion zu organisieren oder einen Begegnungsraum für Kinder und Jugendliche im Stadtteil zu kreieren.

Durch die Verantwortung und den freien Raum erfahren die Teilnehmenden, wie sie eine (lösungsorientierte, nachhaltige) Vision entwickeln, Ressourcen sinnvoll einsetzen, im Team eine gemeinsame Entscheidung treffen und Ziele planerisch erreichen. Bei StartUp! geht es somit um Teambuilding, Demokratievermittlung, Partizipation, sowie Förderung von Konfliktlösungs- und Kommunikationskompetenzen.

Die ersten Treffen dienen der Synchronisation von Interessen und Vorstellungen, sodass die Grundlage einer gemeinsamen Idee und Vision entsteht. Diese Phase wird durch gruppenspezifische Theorie-Inputs seitens der pädagogischen Fachkraft begleitet, deren Inhalt sich aus den Impulsen der Gruppe ergibt, ehe in den darauffolgenden Phasen Ziele formuliert und deren Umsetzung in einer nachhaltigen, gruppendynamischen Entwicklung erfolgt.

➔ WaldLäufer

WaldLäufer ist ein soziales Gruppenangebot, bei dem die Teilnehmenden durch Bewegung und Naturerleben Bewusstsein für ihr direktes natürliches Umfeld und damit einen Bezug zur Funktion, Gestaltung und Geschichte ihrer Umgebung entwickeln. Die Teilnehmenden erfahren die Natur darüber hinaus als Ort der Entspannung und Erholung, um den Alltag hinter sich zu lassen, eine andere Perspektive einzunehmen, Aggressionen loszuwerden und neue Kraft zu tanken.

WaldLäufer dient damit der Gesundheitsförderung, sowie Lösung individueller Konflikte und Kennenlernen von Alternativen zur Prävention von beispielsweise Medien- oder Drogenkonsum. Ebenso werden Aspekte wie Naturschutz und nachhaltige Ökonomie, sowie Politik und Partizipation thematisiert, um den Teilnehmenden Einflussmöglichkeiten aufzuzeigen und ihre Selbstwirksamkeit zu fördern.

Die ersten gemeinsamen Treffen loten die individuellen Kompetenzen, Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden aus, um darauffolgend spezifische Angebote durchzuführen und eine nachhaltige, gruppendynamische Entwicklung zu initiieren.

Erziehungsbeistand – EB (gemäß § 30 SGB VIII)

Kinder, Jugendliche und junge Volljährige (gemäß § 41 SGB VIII) bekommen durch das Harzwerk eine kontinuierliche und verlässliche Bezugsperson an die Seite gestellt. Art und Umfang der Leistung orientieren sich in enger Abstimmung mit dem Kostenträger an den individuellen Wünschen, Interessen sowie Bedürfnissen, aber auch den Herausforderungen und dem Bedarf der Adressat*innen.

Leistungsinhalte können u. a. Unterstützung bei schulischen Problemlagen, Stabilisierung sozialer, psychischer und personaler Lebens- und Leistungsbereiche, Krisenmanagement oder Berufsorientierung sein. Bei der Gestaltung der Leistung setzen die jeweiligen Fachkräfte ihren Fokus auf die gesamte Lebenswelt der Adressat*innen, was deren persönliches und sozialräumliches Umfeld, insbesondere das Familiensystem, miteinschließt.

Ziel dieser Leistung ist die Bewältigung von Entwicklungsherausforderungen sowie die Förderung der Verselbstständigung der Adressat*innen. Bei der Gestaltung der Leistung fließen darüber hinaus musik-, natur- und erlebnispädagogische Aspekte mit ein. Ebenso erfolgen im Rahmen fallübergreifender Leistungen Teilnahmen an kulturellen oder sportlichen Events sowie Tagesausflüge oder Ferienaktionen

Sozialpädagogische Familienhilfe – SPFH (gemäß § 31 SGB VIII)

Familien mit individuellen Herausforderungen werden in enger Abstimmung mit dem Kostenträger durch die Fachkräfte des Harzwerks in Form intensiver Betreuung und Begleitung bei Erziehungsaufgaben, der Bewältigung von Alltagsherausforderungen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützt. Dabei werden interne Ressourcen herausgearbeitet, aktiviert und bestärkt, externe Ressourcen werden aufgezeigt und nutzbar gemacht. Die Entfaltung einer Vision und die Entwicklung von Zielen leiten den kreativen Hilfeprozess. Hierbei befähigen und motivieren die Fachkräfte das jeweilige Familiensystem akzeptierend und wertschätzend, um erkannte Herausforderungen eigenständig zu meistern und ihr individuelles Potenzial zu nutzen.

Die ersten Treffen dienen der Synchronisation von Erwartungen und Zielen sowie Ausräumung von Ängsten und Klarstellung von Befürchtungen. Die Installation der Hilfe seitens des Kostenträgers und das damit verbundene Hilfeplanverfahren formulierten bereits Ziele, welche als Leitlinien den Hilfeprozess begleiten. Daraus folgend werden die festgelegten Ziele mit der Familie beleuchtet, Unklarheiten klargestellt und ableitende Meilensteine in Koproduktion mit der/m Leistungeberechtigten erarbeitet, sodass ein transparenter Plan zur Realisierung der Ziele erstellt wird.

Die Zielrealisierung wird von den Fachkräften des Harzwerks engmaschig dokumentiert und erfolgt vor allem durch Hausbesuche sowie Alltags- und ggf. Freizeitbegleitungen. Im Rahmen fallübergreifender Leistungen finden daneben mit interessierten Adressat*innen u. a. gemeinsame Nachmittags-, Wochenend- sowie Ferientreffen statt.

Die Fachkräfte des Harzwerks analysieren die Lebenssituation der jeweiligen Familie im Hinblick auf Ressourcen und Herausforderungen. Dabei werden personale, soziale, sowie methodische und fachliche Kompetenzen der Adressat*innen beleuchtet (u. a. durch klientenzentrierte Gesprächsführung), verbalisiert (u. a. durch lösungsorientierte Paraphrasierung), bestärkt (u. a. durch Techniken des Empowerments) und ggf. gefördert (u. a. durch Case-Management und Einzelfallhilfe). Ebenso werden Ressourcen des Sozialraums betrachtet und für die jeweilige Familie geprüft, aufgezeigt und nutzbar gemacht. Hierzu zählen Hilfsangebote vor Ort, wie beispielsweise Sprach- oder Lernförderung, soziale Netzwerke in Kirchen oder Vereinen sowie Bildungs- und Betreuungsangebote der örtlichen Jugendförderung.

Die Beendigung des Hilfeprozesses ist die Phase der Wirkungsmessung und transparenten Ergebnissicherung und ggf. -präsentation für die Prozessbeteiligten (Leistungsempfänger*in, Kostenträger und freier Träger). Verwirklicht wird dies in erster Linie durch die Erstellung eines Berichts, in welchem der Prozess und die Entwicklung der Adressat*innen beschrieben sowie das Erreichen bzw. Nichterreichen der Ziele dargestellt wird. Dabei orientiert sich der Bericht am vorab erstellten Hilfeplan und steht entweder an dessen Ende oder gibt eine Empfehlung für eine Fortschreibung der Hilfebemühungen durch Fortsetzung der Leistung oder Installation einer anderen. Neben der Berichterstellung werden im Dialog mit dem Kostenträger weitere Möglichkeiten der Wirkungsmessung erstellt, wie beispielsweise standardisierte Fragebögen oder qualitative Interviews.